Verschlusszeit: Um bewegte Motive scharf abzubilden, beachten Sie die Regel „eine Belichtungszeit pro Brennweite“. Bei einem 50-mm-Objektiv sollte Ihre Verschlusszeit nicht länger als 1/50 Sekunde sein. Bei einem 200-mm-Objektiv nicht länger als 1/200 Sekunde. Bewegt sich das Motiv (z. B. ein laufender Hund), verlängern Sie die Verschlusszeit auf 1/500 Sekunde oder kürzer. Lange Verschlusszeiten (1 Sekunde oder länger) sind ein kreatives Mittel: Wasser wirkt milchig, Feuerwerkskörper werden zu Streifen, Autoscheinwerfer erzeugen rote Streifen. In Deutschland ist die Nachtfotografie besonders schön am Rhein mit vorbeifahrenden Schiffen oder auf Weihnachtsmärkten.
Bearbeitung: Fotografieren Sie im RAW-Format, nicht im JPEG-Format. RAW ist ein digitales Negativ, das alle Farb- und Lichtinformationen speichert. Selbst wenn ein Foto überbelichtet oder zu dunkel ist, lassen sich die Details in einem Bildbearbeitungsprogramm (Lightroom, Capture One oder sogar dem kostenlosen Darktable) herausarbeiten. Deutsche Fotografen nutzen oft Luminar Neo – es ist intuitiver. Aber übertreiben Sie es nicht mit der Bearbeitung: Gerade in den ersten sechs Monaten neigen Anfänger dazu, Kontrast, Sättigung und Schärfe zu übertreiben. Eine Faustregel: Bearbeiten Sie das Foto, warten Sie fünf Minuten, kommen Sie zurück und reduzieren Sie alle Regler um 30 % – das verbessert das Ergebnis fast immer.
Welche Ausrüstung sollte ich mir in Deutschland für den Einstieg kaufen? Sie müssen nicht gleich eine 2.000 Euro teure DSLR kaufen. Beginnen Sie mit einer gebrauchten Kamera von MPB.com oder Kleinanzeigen. Eine Canon 5D Mark II (klassisch) kostet etwa 300 Euro, und ein 50mm f/1.8 STM-Objektiv (weitere 100 Euro) reicht für ein Jahr völlig aus. Oder eine Sony A6000 Systemkamera mit Kit-Objektiv – gebraucht für 350–400 Euro. Wichtig ist, dass die Kamera Wechselobjektive ermöglicht und manuelle Einstellungen bietet. Ein Stativ ist nur nötig, wenn Sie Landschaften bei Sonnenuntergang oder Makroaufnahmen machen. Für alltägliche Aufnahmen ist Ihr Smartphone das beste Objektiv, am besten in Kombination mit der Halide- oder Lightroom-Kamera-App, die manuelle Steuerung ermöglicht.
