Persönliche Rituale als Anker: Warum kleine Gewohnheiten uns im Chaos Halt geben

von Rolf Schreiber

Werbung

Rituale mit Bewegung. Gewöhnen Sie sich an, alle zwei Stunden vom Tisch aufzustehen und genau zwei Minuten lang Übungen zu machen: Kniebeugen, Vorbeugen und Schulterkreisen. Das ist kein Sport im eigentlichen Sinne, sondern eine Möglichkeit, Muskelverspannungen zu lösen. Ein weiteres Ritual ist ein Spaziergang nach dem Abendessen. Ganz egal, wie das Wetter ist (in Deutschland gibt es immer einen Grund, einen Regenmantel anzuziehen), 15 Minuten langsames Spazierengehen ohne Handy fördern die Verdauung und schalten den Geist in den Entspannungsmodus. Versuchen Sie, jeden Abend denselben Weg zu gehen – nach einer Woche wird er zu einer automatischen Erinnerung für Ihr Nervensystem: „Jetzt ist Schlafenszeit.“

Auch Tee- oder Kaffeerituale lassen sich in kleine Meditationen verwandeln. Anstatt Ihren Kaffee im Vorbeigehen aus einem Plastikbecher zu trinken, nehmen Sie sich 10 Minuten Zeit. Kochen Sie Wasser auf, wählen Sie eine Tasse, die Ihnen gefällt, riechen Sie am Getränk, nehmen Sie den ersten Schluck und schließen Sie für 30 Sekunden die Augen. In Deutschland gibt es die Tradition des „Kaffeekränzchens“ – Kaffee und Kuchen im Kreise der Liebsten. Dieses Ritual funktioniert aber auch, wenn Sie allein sind. Trinken Sie einmal täglich eine Tasse Tee ohne Handy, Buch oder Gespräche – nur Sie und Ihr Getränk. Das trainiert Ihre Toleranz für Stille, die in der modernen Welt immer seltener wird.

Aufräumrituale: Nehmen Sie sich einmal pro Woche 30 Minuten Zeit, um eine Fläche aufzuräumen: einen Schreibtisch, einen Nachttisch oder ein Regal. Es geht nicht um eine gründliche Reinigung, sondern um das Ausmisten von Unordnung. Werfen Sie alles weg, was Sie in den letzten sieben Tagen nicht benutzt haben. Dieses Ritual reduziert visuelle Unruhe und damit auch Stress. In Deutschland ist die „5-Dinge-Methode“ beliebt: Entfernen Sie jeden Abend fünf Gegenstände, die nicht an ihrem Platz sind. Nach einem Monat wird das mühelose Aufräumen zur Gewohnheit.

You may also like