Was tun, wenn man an den Punkt kommt, an dem man denkt: „Ich habe die Nase voll, ich gebe auf“? Das ist völlig normal. Jedes Projekt durchläuft ein Tief – die Phase zwischen anfänglicher Begeisterung und den ersten Ergebnissen. In diesem Moment sagt dein Gehirn: „Du verschwendest deine Zeit; es wird nichts dabei herauskommen.“ Glaube das nicht. Reduziere einfach deine Intensität auf ein Minimum. Statt einer Stunde arbeitest du nur zehn Minuten. Anstatt ein perfektes Ergebnis anzustreben, tu alles, um am Ball zu bleiben. Lass nicht mehr als zwei Tage hintereinander aus. Dieses Tief geht immer vorbei, und in ein paar Wochen wirst du wieder motiviert sein.
Die Macht deines Netzwerks: Du bist der Durchschnitt der fünf Menschen, mit denen du am häufigsten interagierst. Wenn deine Freunde sich über das Leben beklagen und nichts tun, wirst du es ihnen gleichtun. Suche dir eine Gemeinschaft mit gemeinsamen Interessen: eine Online-Gruppe, einen Workshop, einen Verein. In Deutschland gibt es Gemeinschaften von Menschen, die Bücher schreiben, programmieren oder morgens joggen. Wenn du siehst, wie andere das Gleiche tun und nicht aufgeben, aktiviert dein Gehirn Spiegelneuronen – du beginnst, sie mühelos nachzuahmen. Das Umfeld ist der stärkste Motivator, weil es automatisch wirkt.
Eine weitere Technik ist, einen Pakt mit deinem zukünftigen Ich zu schließen. Schreibe einen Brief an dich selbst in drei Monaten. Beschreibe, wo du sein wirst, wenn du das Projekt fortsetzt, und wo du sein wirst, wenn du aufgibst. Stecke den Brief in einen Umschlag und öffne ihn in drei Monaten. Ein Gefühl der Verantwortung gegenüber deinem zukünftigen Ich ist ein starker Anker. Studien zeigen, dass Menschen, die sich ihr zukünftiges Ich vorstellen, eher langfristige Investitionen tätigen, auch in ihre eigene Entwicklung. In deutschen Schulen heißt diese Übung „Brief an mein zukünftiges Ich“.
Das Paradox der Motivation: Handeln geht der Motivation voraus, nicht umgekehrt. Du wartest nicht darauf, dass der Wunsch entsteht – du handelst, und der Wunsch kommt dabei. Das ist experimentell nachgewiesen: Der Dopaminspiegel steigt nicht nur kurz vor Arbeitsbeginn, sondern auch 5–10 Minuten danach. Der größte Feind ist also das Warten auf die „richtige Stimmung“. Die kommt nicht von allein. Die richtige Stimmung stellt sich erst ein, wenn man angefangen hat. Setz dich einfach hin und mach, worauf du Lust hast, auch wenn es nicht die richtige Aufgabe ist. Nach zehn Minuten merkst du, dass du schon in der richtigen Stimmung bist und zur passenden Aufgabe wechseln kannst.
