Der häufigste Fehler von Anfängern ist der Versuch, zehn Mikrogewohnheiten gleichzeitig einzuführen. Tu das nicht! Fang mit einer an. Mach sie einen Monat lang jeden Tag. Wenn sie automatisch abläuft (du denkst nicht mehr darüber nach), füge eine zweite hinzu. Nach einem Jahr hast du zwölf funktionierende Gewohnheiten, und du wirst den Aufwand gar nicht mehr bemerken. Im deutschen Coaching nennt man das das Schneeballprinzip. Ein kleiner Ball rollt zusammen, sammelt Schnee an und wird zu einer Lawine der Veränderung. Aber wenn du versuchst, einen großen Ball auf einmal zu formen, zerbröselt er.
Was, wenn du einen Tag auslässt? Kein Problem. Die Regel lautet: „Nie zwei Tage hintereinander auslassen.“ Eine ausgelassene Übung bringt das System nicht durcheinander, aber zwei sind riskant. Wenn du einen Tag auslässt, nimm die Mikrogewohnheit am nächsten Tag wieder auf. Versuchen Sie nicht, mit zwei Kniebeugen statt einer den Rückstand aufzuholen. Halten Sie Ihre Mikro-Gewohnheit klein. Ihr Ziel sind nicht Ergebnisse, sondern Beständigkeit. Das Gehirn lernt durch Wiederholung, nicht durch Intensität. Es ist besser, eine Kniebeuge 365 Mal im Jahr zu machen, als 365 Kniebeugen einmal und dann aufzugeben.
Mikro-Gewohnheiten können helfen, Aufschieberitis im Job zu bekämpfen. Sie können nicht mit dem Schreiben eines Berichts beginnen? Mikro-Gewohnheit: Öffnen Sie ein Dokument und setzen Sie den Cursor in die erste Zeile. Sie bringen es nicht übers Herz, einen Kunden anzurufen? Mikro-Gewohnheit: Wählen Sie die Nummer, aber drücken Sie nicht auf „Anrufen“. Sobald die Nummer gewählt ist, fällt es Ihnen leichter, auf „Anrufen“ zu drücken. Angst blockiert Handlungen, aber eine kleine Handlung umgeht diese Blockade. Das funktioniert wie ein Trick für die Amygdala, das Angstzentrum des Gehirns. Die Amygdala reagiert auf eine Bedrohung, übersieht aber einen kleinen Schritt.
