Faulheit kann ein Signal dafür sein, dass die Aufgabe zu groß ist. Die Pomodoro-Technik funktioniert genau deshalb, weil sie die Arbeit in kurze 25-Minuten-Einheiten unterteilt. Das Gehirn weiß: „Nur 25 Minuten, dann Pause.“ Und es stimmt zu. Nutzen Sie den Timer nicht als Disziplinar, sondern als Verbündeten. Loben Sie sich nach jedem Pomodoro. Stehen Sie auf, strecken Sie sich, schauen Sie aus dem Fenster. Deutsche Büros setzen zunehmend auf 50-Minuten-Arbeitsblöcke mit 10-minütigen Pausen – und die Produktivität steigt, weil die Mitarbeiter nicht mehr bis zum Mittagessen ausbrennen.
Eine weitere wirkungsvolle Technik ist, sich bewusst Zeit für Vergnügen zu nehmen. Sichern Sie sich eine Fitnessstudio-Mitgliedschaft einen Monat im Voraus. Melden Sie sich für einen Kurs an, dessen Kosten nicht erstattet werden. Versprechen Sie jemandem öffentlich, dass Sie etwas bis Freitag erledigen werden. Wenn Sie bereits Geld oder Ihren Ruf investiert haben, steht die Faulheit einem stärkeren Feind gegenüber: der Verlustangst. „Buddy-Systeme“ sind in Deutschland beliebt: Man sucht sich einen Partner, dem man wöchentlich über die Fortschritte berichtet. Die gegenseitige Verantwortung gegenüber einer anderen Person ist oft wirksamer als Selbstmotivation.
Was tun, wenn die Faulheit einen gerade dann überkommt, wenn man schon angefangen hat? Wenden Sie die „Schweizer-Käse-Methode“ an: Anstatt die Aufgaben der Reihe nach zu bearbeiten, zerlegen Sie sie in kleine Teile. Erledigen Sie den einfachsten Teil, dann den nächsten, dann den dritten. Nicht der Reihe nach, sondern so, wie es sich ergibt. Das reduziert das Gefühl der Schwere. Schreiben Sie beispielsweise einen Artikel? Schreiben Sie zuerst die Schlussfolgerung, dann den Titel, dann die Bilder und dann den Hauptteil. Diese Unordnung löst die Blockade des Perfektionismus.
