Der Trend zum bewussten Konsum: Weniger kaufen, mehr genießen

von Rolf Schreiber

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Beim Kleiderkauf gilt: Qualität statt Quantität. Ein 5-Euro-T-Shirt von H&M ist nach drei Wäschen ausgeleiert und verliert seine Form. Ein 30-Euro-T-Shirt aus Bio-Baumwolle mit verstärkten Nähten hält fünf Jahre. Die Kosten pro Tragen (CPO) eines günstigeren Kleidungsstücks sind höher, weil es häufiger gewechselt werden muss. Achten Sie auf Marken mit GOTS- (Global Organic Textiles) oder Fairtrade-Zertifizierung. In Deutschland gibt es Marken wie Armed Angels, Hessnatur und Trigema, die langlebige Kleidung lokal produzieren. Kaufen Sie außerdem Secondhand: In deutschen Läden wie Vinted und Kleinanzeigen finden Sie fast neue Artikel bekannter Marken mit 20 % Rabatt.

Digitaler, bewusster Konsum ist die Zukunft. Wie viele Abonnements bezahlen Sie, nutzen sie aber nie? Netflix, Spotify, Fitness First, Adobe Creative Cloud, Apple Storage – der durchschnittliche Deutsche gibt monatlich 50 € für ungenutzte Abonnements aus. Überprüfen Sie Ihre Kontoauszüge vierteljährlich und kündigen Sie alle Abonnements, die Sie in den letzten 30 Tagen nicht genutzt haben. Dasselbe gilt für Apps: Löschen Sie alle, die Sie seit zwei Wochen nicht geöffnet haben. Abonnieren Sie Newsletter nur von Geschäften, bei denen Sie tatsächlich einkaufen – markieren Sie den Rest als Spam. Die so gewonnene Zeit und das gesparte Geld können Sie für sinnvolle Dinge ausgeben.

Emotionaler Konsum bedeutet, dass wir Dinge kaufen, um Traurigkeit, Stress oder Langeweile zu betäuben. Das ist die gefährlichste Form der Gedankenlosigkeit. Anstatt schlecht gelaunt ins Einkaufszentrum zu gehen, machen Sie lieber einen Spaziergang oder rufen Sie einen Freund an. Wenn Sie unbedingt etwas kaufen möchten, legen Sie ein Budget für „emotionale Käufe“ fest – 20 € im Monat. Kaufen Sie etwas Kleines, das Ihnen Freude bereitet (Blumen, ein Buch, gute Schokolade), nicht noch ein unnötiges Gadget. Deutsche Psychologen empfehlen, ein Einkaufstagebuch zu führen: Notieren Sie, was Sie gekauft haben, wie viel es gekostet hat und wie Sie sich dabei gefühlt haben.

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