Raumgestaltung ohne Wände: 10 unkonventionelle Wege, ein Studio-Apartment zu zonieren

von Rolf Schreiber

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Textilien sind das am meisten unterschätzte Mittel zur Raumaufteilung. Dicke, bodenlange Vorhangstoffe an einer Deckenleiste können den Schlafbereich im Handumdrehen vom Arbeitszimmer trennen. Im Gegensatz zu starren Strukturen dämpfen Vorhänge den Schall: Dicker Velours oder Samt (zum Beispiel vom deutschen Geschäft Stoff&Stil) reduziert das Geräusch eines Geschirrspülers um 5–7 Dezibel. Wählen Sie Stoffe mit hoher Verdunkelung, um auch an sonnigen Nachmittagen, wenn Sie an einer Nachtszene arbeiten, absolute Dunkelheit im Schlafbereich zu gewährleisten. Bei schweren Vorhängen empfiehlt sich ein manueller oder motorisierter Bedienungsmechanismus.

Eine Kücheninsel ist nicht nur eine Arbeitsfläche, sondern auch eine wirkungsvolle psychologische Grenze. Mit Blick zum Wohnzimmer schafft sie eine natürliche Trennung zwischen dem „sauberen“ und dem „schmutzigen“ Bereich. Auf der Wohnzimmerseite lassen sich hohe Barhocker anbringen, die einen gemütlichen Platz zum Frühstücken und Arbeiten am Laptop bieten. Dahinter, zur Küchenseite hin, kann ein hoher Schrank angebracht werden, der 40 cm tiefer als üblich ist und Toaster und Kaffeemaschine verbirgt. Sind die Geräte vom Wohnzimmer aus nicht sichtbar, wirkt die Küche deutlich ruhiger. Wichtig: Achten Sie auf Ihre Dunstabzugshaube – eine Wand- oder Aufsatzhaube mit nach oben gerichtetem Abzug ist ideal.

Pflanzen wirken wie lebende Wände und bieten vielfältige Gestaltungsmöglichkeiten. Große, stehende Pflanzgefäße mit Monstera oder Ficus benjamina, in einer Reihe angeordnet, bilden einen grünen Zaun, der sich mit der Zeit verändert. Hängende Töpfe mit Rankpflanzen (wie Grünlilie oder Episcia) schaffen eine obere Begrenzung, wenn man kleine Lichterketten dazwischen spannt. In Deutschland findet man fertige Systeme für vertikale Gärten problemlos bei Bauhaus oder Globus Baumarkt. Diese beinhalten Tropfbewässerung und Pflanzenlampen, die das Welken der Pflanzen im hinteren Teil des Raumes verhindern. Der Vorteil dieser Art der Raumaufteilung: Sie benötigt keine Genehmigung des Vermieters – es müssen keine Löcher in die Wände gebohrt werden.

Licht ist Ihr wichtigstes Mittel, um Räume ohne physische Barrieren zu unterteilen. Warmes Licht (2700 K) über dem Esstisch und kühles Licht (4000 K) über der Küchenarbeitsplatte gaukeln dem Gehirn vor, dass diese Bereiche separate Räume sind, selbst wenn sie zwei Meter voneinander entfernt liegen. Richtstrahler können rechteckige Lichtkegel auf den Boden projizieren und so die Grenzen des Schlafbereichs markieren. Die wirkungsvollste Methode sind in Boden oder Decke eingelassene Lichtlinien. Ein einzelnes LED-Profil entlang der Umrandung des Schlafbereichs erzeugt die Illusion eines separaten Raums, ohne einen einzigen Zentimeter Höhe zu beanspruchen.

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