Renovierung einer Mietwohnung in Deutschland: 10 Veränderungen, die Sie vornehmen können, ohne Ihre Kaution zu verlieren

von Rolf Schreiber

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Wer in Deutschland mietet, kennt das Problem: weiße Wände, alter Laminatboden in der Küche und klobige Deckenleuchten. Man wünscht sich eine gemütliche Atmosphäre, doch laut Mietvertrag ist es verboten, in die Wände zu bohren oder den Boden zu erneuern. Es gibt jedoch einige temporäre und reversible Verbesserungen, die § 535 BGB (Mietrecht) entsprechen und Ihnen keine bösen Überraschungen bereiten, da Ihre Kaution nicht mit drei Monatsmieten verrechnet wird. Der Trick: Traktionsfolien, Magnete, selbstklebende Folien und Heimwerkerprojekte. Die wichtigste Regel: Alles, was Sie mitbringen, nehmen Sie auch wieder mit, und die Originaloberflächen bleiben erhalten.

Fangen wir mit den Wänden an – dem größten Problem. Streichen ist verboten, Tapezieren hingegen erlaubt. Deutsche Baumärkte (z. B. Bauhaus, Hornbach) bieten spezielle Textiltapeten mit wasseraktiviertem Kleber an. Sie halten ein bis zwei Monate, dann lösen sie sich komplett ab, wie ein riesiger Aufkleber. Noch besser sind magnetische Tapeten. Man klebt eine dünne Magnetfolie an die Wand (sie lässt sich rückstandslos entfernen, wenn man sie mit einem Föhn erwärmt) und befestigt dann ein beliebiges Poster oder Paneel darauf. Eine Akzentwand hinter dem Sofa kann aus normalen Stoffbahnen bestehen, die an einem Rahmen befestigt werden, der auf dem Boden steht und mit Abstandshaltern an der Decke befestigt wird – ohne Kontakt zur Wand.

Beleuchtung ist ein klassisches Problem für Mieter. Fest eingebaute Leuchten sind verboten, aber niemand verbietet die Verwendung eines Schienensystems mit Kabeln. Man schraubt zwei kleine Haken in die Deckenbalken (die Löcher lassen sich dann in fünf Minuten wieder zuspachteln), spannt ein Stahlseil und hängt LED-Strahler daran. Alle Kabel sind sichtbar, aber in schönen Stoffhüllen, die mit Clips und 3M-Doppelklebeband an der Wand befestigt werden (sie halten bis zu 5 kg). Im Notfall können Stehlampen mit nach oben gerichtetem Licht die Decke beleuchten und so die Illusion einer eingebauten Architekturbeleuchtung erzeugen. Und ja, tauschen Sie die schalenförmigen Lampenschirme gegen Ihre eigenen Designer-Schirme aus – bewahren Sie die alten im Karton auf und geben Sie sie beim Auszug zurück.

Der Boden stellt eine weitere Herausforderung dar. Laminat lässt sich nicht austauschen, aber Sie können ihn mit einem großen, hochflorigen Teppich bedecken. Maßgefertigte Teppiche, die auf die Raummaße zugeschnitten sind, sind in Deutschland beliebt (zum Beispiel bei Teppana oder individuell zugeschnitten bei Otto). Der Teppich wird nicht geklebt, sondern am Rand mit doppelseitigem Teppichklebeband befestigt, das nur auf billigen PVC-Böden Spuren hinterlässt. Für Küchen, wo der Boden oft Spritzwasser ausgesetzt ist, sind Gummimatten oder Korkfliesen mit Klicksystem ideal – sie werden schwimmend verlegt, lassen sich mit der Schere zuschneiden und sind rutschfest. Selbst wenn die Waschmaschine ausläuft, können Sie die Fliesen einfach trocknen, und fertig.

Stauraum ohne Bohren zu schaffen, ist eine Kunst für sich. Vergessen Sie Wandschränke. Erwägen Sie stattdessen raumhohe Regalsysteme (wie Elfa oder IKEA Boaxel). Die vertikalen Schienen werden mithilfe verstellbarer Klemmmechanismen an Boden und Decke befestigt – für die Montage benötigt man lediglich eine Wasserwaage und einen Schraubendreher. An ihnen lassen sich Regale, Kleiderstangen und Auszugskörbe aufhängen. Das System trägt bis zu 100 kg und hinterlässt beim Entfernen zwei kleine Kratzer an der Decke, die sich problemlos mit weißer Farbe überstreichen lassen. In einem begehbaren Kleiderschrank ist es eine echte Erleichterung, und im Wohnzimmer lässt sich eine ganze Bibliothek einrichten, ohne ein einziges Loch bohren zu müssen.

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